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Jeder Hund ein Unikat - Mixe mit Vorgeschichte
Mischlingshunde sind, besonders in Rassehundvereinen, schwerer zu vermitteln. Denn die meisten Leute, die sich dort nach Hunden umschauen, sind erst einmal auf eine Hunderasse festgelegt. Sie haben zum Beispiel „Labrador“ oder „Golden Retriever“ im Internet eingegeben, und kamen so auf die Webseite von Retriever in Not.
Die Hunde, die zu uns kommen, sind für uns immer zuerst ein Hund in Not. Ob Rasse oder Mischling bedeutet in unserem Verständnis von Tierschutz keinen Unterschied. Für Hunde anderer Rassen, die wir in den Anfangsjahren von Retriever in Not e.V. zurück lassen mussten, wenn wir ehemalige Zuchthunde abgeholt haben, wurde 2007 das Projekt Liberty for Dogs ins Leben gerufen.
Im Grunde ist jeder Hund einzigartig. Auch wenn es unterschiedliche Rassemerkmale gibt, äußerliche und Wesensmerkmale, ist kein Hund wie der andere. Dies gilt besonders für Hunde mit einer Vorgeschichte, ob als Abgabehund, der schon in einer Familie gelebt hat, ob als ehemaliger Zuchthund, der zur Vermehrung seiner Rasse ausgebeutet wurde, oder als Straßenhund, der gewohnt war, sich ohne die Hilfe von Menschen durchs Leben zu schlagen. Selbst rassespezifische Merkmale treffen nie auf alle Vertreter einer Hunderasse zu: so sind zum Beispiel längst nicht alle Golden Retriever, deren Rasse als besonders familienfreundlich gilt, für das Leben mit Kindern geeignet. Manche haben in ihrer Vorfamilie vielleicht schlechte Erfahrungen mit Kindern gemacht, andere mögen einfach die etwas lautere Geräuschkulisse nicht, die Kinder umgibt. Andere wiederum, auch ehemalige Zuchthunde, die nie eine Familie kennen gelernt haben, leben sichtbar auf, wenn Kinder mit ihnen spielen.
In unseren Pflegetagebüchern haben Sie bei Retriever in Not e.V. die Möglichkeit, den Hund Ihrer Wahl in seinem Alltagsleben in der Pflegefamilie kennen zu lernen. Wie er sich dort in die Menschenfamilie integriert, wie er mit den anderen Hunden dort zurecht kommt. Ob er lieber seine Ruhe mag oder gerne mit den anderen herumtollt. In den Pflegetagebüchern können Sie nachlesen, ob der Hund, den Sie sich ausgesucht haben, zu Ihnen passen könnte. Auf diese Weise versuchen wir, für unsere Schützlinge immer die richtige Familien zu finden.
Während Rassehunde bekannt sind für bestimmte äußerliche Merkmale, kann man über einen Mix behaupten, dass er auch äußerlich ein unverwechselbares Unikat ist. Ob bunte Flecken in der Zeichnung, außergewöhnliche „Frisuren“ mit Wirbeln im Fell oder etwa „überdimensional“ große Ohren – das gewisse Etwas hat seinen ganz besonderen Charme. Vor allem aber haben sie, wie alle Hunde, das Recht auf ein Leben ohne Not.
Im Juli hat Retriever in Not e.V. einige Retriever-Mixe von einem unserer Partner-Tierheime übernommen. Dort konnte für sie kein Zuhause gefunden werden, und da das Tierheim dauernd mit Überbelegung zu kämpfen hat, haben wir uns zu dieser Hilfsaktion entschlossen. Jeder dieser Hunde hat eine ganz besondere Geschichte und wartet jetzt in seiner Pflegestellen auf ein endgültiges Zuhause.
Polka ist ein Labradormix und wurde auf der Straße gefunden. Typisch für einen Straßenhund ist sie sehr unkompliziert und völlig sozial anderen Hunden gegenüber. Jagdtrieb zeigt sie nicht. Polka ist etwa zwei Jahre alt und wird derzeit in ihrer Pflegestelle noch etwas aufgepäppelt. Sie sprüht aber vor Lebensfreude und genießt jeden Tag ihres neuen Lebens. Sie hat noch viel vor!
Karlchen ist ein pfiffiger Labrador-Mix-Welpe und erst 4 Monate alt. Von seinen Menschen möchte er noch viel lernen. Er ist neugierig und findet seine neue Umgebung hochspannend. Wenn er etwas größer ist, sollte er unbedingt eine Hundeschule besuchen.
Labrador-Mix-Hündin Lofota gehörte zu einer Gruppe Hunde, die in einem Roma-Lager leben. Unser Partnertierheim unterstützt die Roma mit einem Kastrationsprogramm. Lofota wurde zusammen mit der Labradorhündin Taline dem Tierheim zur Weitervermittlung überlassen. Lofota ist sehr zutraulich, verträglich und kennt praktisch keine Ängste. Für eine Schmuseeinheit würde sie meilenweit gehen.
Johannes und Franzi wurden in der Nähe eines Waldes gefunden, in dem später auch eine BX-Hündin ausgesetzt worden war. Sie war dort angebunden und fast verhungert aufgefunden worden. Pimula wird zur Zeit in einer Pflegefamilie von Liberty for Dogs gesund gepflegt.
Franzi und Johannes haben mehr Glück gehabt. Beide sind freundlich und unkompliziert. Die braune Franzi ist ca. zwei Jahre alt und lässt sich so leicht nicht ins Bockshorn jagen. Sie hat eine Fehlstellung an der rechten Pfote, und humpelt deswegen ein bisschen, sie lässt sich davon jedoch nicht in ihrem Bewegungsdrang behindern. Der struppige Johannes hat in seiner Vergangenheit anscheinend nicht nur gute Erfahrungen mit Menschen gemacht. Er hat im Tierheim lange auf einen Platz warten müssen und bei Retriever in Not als erster Hund seines Transports seine Traumfamilie gefunden.
Die eher kleine Brigga eroberte die Herzen ihrer Pflegestelle im Sturm. Sie kannte offensichtlich schon das Leben in Haus und Familie. Die etwa zweijährige Hündin ist sehr agil und hat viel Spaß am Lernen. Sie ist sehr Menschen bezogen, und liebt besonders die täglichen Schmusestunden. Mit anderen Hunden hat sie keine Probleme.
Polka, Karlchen, Lofota, Johannes, Franzi und Brigga – sie alle werden bei Retriever in Not e.V. die Chance ihres Lebens bekommen.
Auch Sie können helfen!
Werden Sie Pflegestelle bei Retriever in Not! Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Patenschaft. Viele der neuen Notfall-Hunde suchen noch einen Paten, der hilft, ihnen den Start in ihr neues Leben zu finanzieren.
Informationen über die Hunde und ihre Tagebücher finden Sie auf unserer Notfälleseite.






