Die Hauptnavigation überspringenHauptnavigation:

06.08.10

Jeder Hund ein Unikat

Mixe mit Vorgeschichte


28.07.10

Der besondere Notfall

Charlie, Elene und Jerry suchen ein endgültiges Zuhause!


15.07.10

Spuren in die Freiheit

TRACES-Transporte für unsere Notfallhunde


04.05.10

Vittoria und Ebba

Begleitung auf dem letzten Weg


22.03.09

Pflegefamilien gesucht!

Begleiten Sie unsere Notfallhunde in ihr neues Leben


Spuren in die Freiheit - TRACES-Transporte für unsere Notfallhunde

Die Vorbereitungen waren langwierig und manchmal mühsam, wurden aber letztlich von Erfolg gekrönt. Nach schlechten Erfahrungen, die Retriever in Not/Liberty for Dogs im letzten Jahr mit von Dritten durchgeführten Tiertransporten machen musste, haben wir uns entschieden, unsere Hundetransporte nur noch in Eigenregie durchzuführen. Schon lange vor dem Inkraftreten einer neuen EG-Verordnung für die Einreisebestimmungen von Hunden aus dem Ausland (VO 388/2010 EG Abl L 114/3 v. 7.5.2010 1), die am 27.5 2010 geltendes Recht wurde, hat sich unser Team deshalb auch mit dem System TRACES (engl. Traces, deutsch Spuren) beschäftigt und begonnen, alles in die Wege zu leiten, damit in Zukunft alle unsere Tiertransporte transparent und überprüfbar durchgeführt werden können.

In enger Zusammenarbeit mit unserem Amtsveterinäramt sowie vor allem unseren ausländischen Partnerorganisationen und den für sie zuständigen Behörden konnten in der Vergangenheit alle notwendigen Vorkehrungen und Vereinbarungen getroffen werden, um zukünftig über TRACES vernetzt zusammenarbeiten zu können. Eine Transportgenehmigung für unser Fahrzeug und jeden unser Fahrer liegt vor.

Unsere TRACES Transporte
Wenn Retriever in Not e.V. / Liberty for Dogs jetzt für die internationalen Notfälle einer unserer Partnerorganisationen Pflegestellen anbieten kann, beginnen die Vorbereitungen für die Einfuhr nach Deutschland. Die Hunde werden vor Ort tierärztlich untersucht und für den Transport vorbereitet. Zusätzlich werden von der im Ausland zuständigen Veterinärbehörde 24 Stunden vor Ausreise alle Hunde amtstierärztlich untersucht und sämtliche Bescheinigungen für die Ausreise erstellt. Schon bevor die Abholung ansteht, wird der zuständige Amtstierarzt in Deutschland über das TRACES-System elektronisch informiert und erhält eine Liste mit allen Hunden, die Retriever in Not / Liberty for Dogs in Obhut nehmen wird, sowie die dazu notwendigen Informationen (wie Name, Chipnummer der Hunde, Transportweg, Fahrzeug- und Fahrerdaten u.a.)

Retriever in Not e.V./Liberty for Dogs holt die ausgedienten Zuchthunde, auch von ausländischen Tierheimen, nur noch mit eigenen klimatisierten Transportfahrzeugen ab, um den Hunden beste Transportbedingungen zu gewährleisten und für die Tiere den Reisestress, so weit es geht, zu reduzieren. Dabei gelten die aktuellen Transportbedingungen. Jeder Hund erhält eine Transportbox in der für ihn angemessenen Größe. Jede Box wird mit einer Decke und ausreichend frischem Wasser ausgestattet. Die Hunde werden auf den oft langen Fahrten gut versorgt. Für die regelmäßigen Pausen sind ausreichend frische Unterlagen an Bord sowie Putzmittel, so dass Unreinheiten immer entfernt werden können. Die Hunde reisen sauber und komfortabel, und, das ist vor allem im Sommer wichtig, bei angenehmen Temperaturen. Wegen der hohen Außentemperaturen werden viele Transporte nachts durchgeführt, auch weil die Hunde dann ruhig sind und den Großteil der Fahrtzeit einfach verschlafen.

Die ersten TRACES Transporte haben bereits stattgefunden und konnten in jeder Beziehung erfolgreich abgewickelt werden. Einer unserer Transporte, der Ende Juni 2010 über Passau führte, wurde mitten in der Nacht (wegen der extremen Sommerhitze war der Transport auf die kühleren Nachtstunden ausgewichen) auf der Autobahn von einer Polizeikontrolle angehalten. Die Beamten hatten Informationen über einen angeblich illegalen Tiertransport erhalten. Nach einem Zwischenstopp auf einem Parkplatz wurde unser Auto zur Polizeiwache umgeleitet. Dort bestätigte ein Anruf bei unserem zuständigen Veterinäramt den Beamten, dass der Transport als TRACES-Transport bekannt und angemeldet war. Papiere und Hunde wurden abgeglichen, der Wagen auf den Kopf gestellt und Transportbedingungen überprüft nach Größe und Reinlichkeit der Kennel. Beanstandungen gab es keine einzige, alles wurde für korrekt und sehr gut befunden.

Die Polizisten und Zollbeamten waren voll des Lobes für die perfekte Organisation und die gute Unterbringung der Hunde. Sie hatten aufgrund der Anzeige mit dem Schlimmsten gerechnet und waren auf eine solch einwandfreie Beförderung der Tiere nicht vorbereitet. Ein Beamter meinte nach der zweistündigen Kontrollprozedur: „Hut ab für so einen Transport! So sauber, gekühlt und alle Hunde in den für sie vorgeschriebenen Kennels mit extra Wassertöpfen, die nicht kleckern und überschwappen können.“ Die Beamten zeigten sich sehr interessiert an der Arbeitsweise von Retriever in Not e.V./ Liberty for Dogs und machten aus ihrer Anerkennung für den verantwortungsvollen Umgang des Vereins mit den ihm anvertrauten Hunden keinen Hehl.

Mit großer Verspätung, aber mit gutem Gewissen und auch ein bisschen Stolz auf die amtliche Bestätigung unserer Arbeit konnten die Fahrer die Tour nach fast drei Stunden fortsetzen. Glücklicherweise wurden alle Fahrtkettenfahrer rechtzeitig erreicht und darüber informiert, dass sich die Weiterfahrt an den Übergabepunkten erheblich verzögern werde. Am nächsten Tag konnten alle Hunde ihren Pflegefamilien übergeben werden.

Für 19 Hunde beginnt ein neues Leben
19 Hunde – jung und alt – fuhren auf dieser Tour in eine neue Zukunft. Von der Krankenstation bis zum endgültigen Zuhause, wo immer sie gerade sind, sie werden gut versorgt und es wird ihnen an nichts mehr fehlen. Allen Helferinnen und Helfern dieser Tour, besonders den Pflegefamilien und FahrtkettenfahrerInnen ein herzliches Dankeschön! Ohne ihre Unterstützung hätten Zurina, Abel, Kailee und Kelchie, Benz, Elinor, Glenn, Baylee, Babette, Baker und Balduin, Raban, sowie Ilse, Lilja, Kimberley, Nora, Jackie, Tottie und Taba nicht ihr neues Leben beginnen können.

Mit von der Partie waren auf dieser Tour zwei Hütehunde, die Border Collie Welpen Kailee und Kelchie. Beide zeigten sich in ihren Pflegestellen gleich sehr offen und freundlich – als würden sie schon auf viele Aufgaben warten.

Für das muntere Pudeltrio Babette, Baker und Balduin war die neue Welt von der ersten Minute an nur noch schön. Mit viel Freude erobern sie die Herzen im Sturm.
Die Beagle Hündin Baylee ist ein sehr kleiner Vertreter ihrer Rasse – mit großen Beagle-Eigenschaften. Auch wenn sie anfangs etwas unsicher war, siegt allmählich die Neugier und sie startet beaglemäßig durch.
Die drei Yorkshire Terrier Benz, Ellinor und Glenn kamen in einem sehr verwahrlosten Zustand zu Retriever in Not e.V. / Liberty for Dogs. Mit verfilztem Fell, zahlreichen Flohbissen und schlimmen Husten lassen sie sich in ihren Pflegestellen aufpäppeln.
Der vier Monate alte Yorkshire Terrier Welpe Raban fängt an, seine Kindheit in vollen Zügen zu genießen. Er ist noch etwas schüchtern, doch wenn er Gelegenheit zum Spielen bekommt, nutzt er sie gern.

Auch eine Gruppe von sieben Möpsen konnte Zucht und Quarantäne verlassen, um in Deutschland ein echtes Hundeleben zu beginnen.
Hündin Lilja ist noch sehr schüchtern, aber mit Geduld wird auch sie bald die Sonnenseiten des Lebens kennen lernen.

Die beiden schwarzen Mops Hündinnen Kimberly und Tottie haben ihre Pflegestelle gleich um den Finger gewickelt und dürfen bleiben.
Die achtjährige Ilse konnte hingegen noch nicht in ihre Pflegestelle einziehen: Sie leidet an einem Hornhautgeschwür, das zunächst tierärztlich behandelt wird.

Auch Taba ist eine der Mopshündinnen, die als ausgediente Zuchthunde in den Ruhestand gehen. Ihre Ankunft fand sie noch sehr aufregend, doch inzwischen sucht sie schon den engen Kontakt zu ihrem Pflegefrauchen.
Ebenso geht es der fast 5-jährigen Nora, die sich gleich sehr unkompliziert gezeigt hat. Auch die beigefarbene Hündin Jackie lässt sich bereits gern verwöhnen.

Auch Sie können helfen!
Werden Sie Pflegestelle bei Retriever in Not e.V./Liberty for Dogs! Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Patenschaft. Viele der neuen Notfall-Hunde suchen noch einen Paten, der hilft, ihnen den Start in ihr neues Leben zu finanzieren.
Die Tagebücher unserer Notfall-Hunde finden Sie auf unserer Notfälleseite.