Hilfsnavigation:

Retriever in Not - zur Startseite
  • klick
  • klick
  • klick
  • klick
  • klick

Was bedeutet es, Pflegestelle zu sein?

Wir suchen hundeerfahrene Menschen mit viel Zeit, Herz und Verstand, wenn es um die Belange der Tiere geht, und die sich mit der Pflege von Hunden auskennen. Wir wünschen uns von unseren Pflegestellen die Bereitschaft, geschundene, kranke und in ihrer Seele verletzte Tiere so anzunehmen, wie sie sind. Wenn Sie sich für eine Zusammenarbeit mit uns als Pflegestelle interessieren, brauchen Sie viel Geduld. Denn unsere Notfallhunde brauchen in allererster Linie erst einmal viel Zeit, um anzukommen, um sich in einer ihnen völlig neuen Welt zu orientieren. Diese Zeit sollten Sie ihnen unbedingt geben. Vor allem sollten Sie sich nicht bei dem manchmal sehr schlechten Zustand unserer Notfallhunde erschrecken. Es ist hilfreich, wenn Sie sich schon mit Hundekrankheiten auskennen, denn einige unserer Hunde sind sehr krank, wenn sie zu uns kommen. 

Nicht jeder Mensch ist als Pflegestelle geeignet. Manchmal haben sich Pflegestellenbewerber vorher zu wenig Gedanken darüber gemacht, was sie erwarten wird und ob sie damit zurecht kommen werden. Sie sind dann innerhalb kürzester Zeit von dem neuen Pflegehund gestresst. Für den Hund bedeutet das, dass er nicht die Ruhe und Geborgenheit finden kann, die er gerade in der ersten, für ihn schwierigsten Zeit braucht. Im schlimmsten Fall muss er in eine andere Pflegestelle wechseln. Das wiederum bedeutet, dass er wieder von vorn anfangen muss, sich in einer neuen Umgebung zurecht zu finden und Vertrauen aufzubauen. Um dem vorzubeugen, haben wir für Sie diese Informationsseite zusammengestellt, mit der wir Sie mit unseren Hunden und ihren zukünftigen Aufgaben als Pflegestelle bekannt machen möchten. 

Unsere Notfallhunde sind in der Regel eben nicht die schönen Rassehunde, denen man auf der Straße begegnet. Sie sind „Ausschuss“ - es sind die Hunde, die niemand sonst haben will. Viele sind alt, viel zu dick oder abgemagert. Manche haben ein großes Gesäuge oder sind von Krankheiten gezeichnet. Andere sind hyperängstlich und verstört. Alle Zuchthunde kennen bisher nur das Leben auf einer Zuchtfarm – das bedeutet, sie hatten bislang kaum soziale Kontakte. Weder zu Menschen, zu denen viele zumindest anfangs ein gestörtes Verhältnis haben, denn es gab bisher keinen Grund, ihnen zu vertrauen. Und manchmal auch nicht zu anderen Hunden, denn manche kennen andere Hunde nur als Futterkonkurrenten, wieder andere haben in völliger Isolation in einem Verschlag gelebt. Meist jedoch sind ehemalige Zuchthündinnen sehr liebevolle und liebesbedürftige Hunde, die sich in der Regel gut mit anderen Artgenossen verstehen und nur selten Aggressionen zeigen.

Wenn Sie sich bei uns als Pflegestelle bewerben, sollten sie sich über diese Umstände und den damit verbundenen Erfahrungsmangel des Hundes im Klaren sein. Auf jeden Fall sollten Sie Ihre Bewerbung vorher eingehend mit Ihrer Familie besprechen. 

  • klick
  • klick
  • klick
  • klick
  • klick
  • klick

Zuchthunde – was kommt auf Sie zu? 

Es ist immer ein Abenteuer...jeder Hund birgt neue Überraschungen!

Die meisten Hunde aus einer Zuchtfarm sind froh, dass sie leben, und sind anfangs sehr demütig. Diese Hunde kennen nichts von dem, was für ein hundegerechtes Leben normal ist. Trotzdem geniessen sie streichelnde Hände und eine liebevolle Ansprache. Zuchthündinnen sind sehr dankbare Tiere und treue Gefährten. 

Sie vertragen sich meistens mit Katzen und in der Regel sehr gut mit anderen Hunden, zeigen aber am Anfang oft Futterneid. Das legt sich jedoch mit der Zeit, wenn die Hunde verstanden haben, dass sie nicht mehr um ihr Futter kämpfen müssen. Sie sind meist kinderlieb, sollten aber in der Regel nicht zu Kindern unter 5 Jahren, da sie den Umgang mit Kindern noch nicht gewöhnt sind. Sie sind vielleicht nicht stubenrein, da sie sich immer da entleeren mussten, wo sie auch schlafen. Auch dies legt sich meist sehr schnell, da die Hunde lernfähig sind und schnell begreifen, wie angenehm es ist, nicht mehr in ihrem eigenen Kot und Urin liegen zu müssen.

Manche Zuchthündinnen sind ängstlich und zurückhaltend, weil sie die normale Geräuschkulisse in einer Familie und im Leben außerhalb ihrer Zuchtanlage nicht kennen. Sie müssen erst langsam lernen, dass ihnen von Menschen keine Gefahr mehr droht. Sie kennen keine Leine und ducken sich nieder oder legen sich flach hin, wenn man mit ihnen spazieren gehen will. Fast immer reicht in der ersten Zeit ein Garten völlig aus, bis die Hunde Selbstvertrauen gefasst haben. Die Hündinnen haben meistens einen durchhängenden Rücken, der daher kommt, dass sie viel liegen mussten und an Bewegungsmangel litten. Der durchhängende Rücken ist auch Ausdruck der so genannten Duckhaltung. Wenn das Selbstbewusstsein des Hundes wächst und sich die Muskulatur aufbaut, streckt sich der Rücken wieder. 

Gerade am Anfang leiden viele Hunde unter Stress und Angst. Sie sind verunsichert, denn alles ist neu für sie. Wie soll ein Hund verstehen, was mit ihm passiert? Lassen Sie den Hund bitte einfach erst einmal zur Ruhe kommen. Sprechen Sie Ihren Pflegehund zuerst nur aus der Distanz an. Schauen Sie ihn gar nicht großartig an. Gestalten Sie Ihren Alltag wie sonst auch, gerade so, als ob der Hund gar nicht da wäre. Der Hund wird merken, dass ihm nichts passiert. Aus Neugierde kommt er dann irgendwann ganz von allein Schritt für Schritt aus seinem Schneckenhaus heraus und nimmt den ersten Kontakt auf.

Zu alt für den Markt - Welpen

Welpen erfordern viel Zeit. Der Tagesablauf ändert sich schon allein durch die Fütterungszeiten und Unreinheiten, die sie hinterlassen. Sie koten und urinieren überall hin, knabbern alles an und bringen den Haushalt durcheinander.

Alte Zuchthunde

Für ältere oder alte Hunde sind wir oft die letzte Rettung. Ältere Hunde bleiben oft etwas länger in den Pflegestellen, bis sie ein neues Zuhause gefunden haben. Sie sind manchmal übergewichtig, ggf. auch inkontinent, leiden gelegentlich an HD oder Arthrose oder an anderen rassespezifischen Alterskrankheiten.

 

Bitte lesen Sie sich die folgenden Fragen in Ruhe durch und beantworten Sie diese für sich selbst ganz ehrlich.

  • Steht Ihre ganze Familie hinter Ihrem Wunsch, Pflegestelle zu werden? 
  • Haben Sie sehr gute Hundeerfahrung? 
  • Kennen Sie sich schon mit Pflegehunden aus? 
  • Haben Sie Erfahrung mit alten oder kranken, verstörten oder ängstlichen Hunden?
  • Haben Sie genug Zeit, um sich ausgiebig um einen Pflegehund zu kümmern?
  • Ist es Ihnen wichtig, nur einen schönen Pflegehund zu haben? 
  • Haben Sie Probleme mit nicht stubenreinen Hunden?
  • Stört Sie ein dickes langes Gesäuge, wie es Zuchthündinnen häufig haben? 
  • Wie werden Sie Aggressionen unter den eigenen und den Pflegehunden klären? 
  • Ist Ihr Garten ausbruchssicher? 
  • Sind Sie bereit, Ihren Pflegehund abzuholen?
  • Sind Sie bereit, die Futterkosten für den Pflegehund zu bezahlen?
  • Ist ein guter Tierarzt in Ihrer Nähe? 
  • Lässt Ihre Wohnsituation es zu, Hunde auch räumlich zu trennen, falls dies notwendig wäre? 
  • Haben Sie starke Nerven, sind Sie belastbar? 

 Das erwarten wir von unseren Pflegestellen 

  • Eine Pflegestelle sollte für die entstehenden Futterkosten aufkommen.
  • Eine Pflegestelle übernimmt, sofern das in ihrer Gemeinde notwendig ist, die Hundesteuer für der Pflegehund. (In vielen Gemeinden sind Pflegehunde von der Hundesteuer befreit, erkundigen Sie sich daher rechtzeitig in ihrer Gemeindeverwaltung.)
  • Eine Pflegestelle sollte möglichst auch bereit sein, den Hund abzuholen, da uns sonst viel zu weite Wege entstehen. 
  • Eine Pflegestelle sollte genügend Zeit haben und den Pflegehund nicht zu lange alleine lassen müssen. 
  • Eine Pflegestelle sollte Geduld mitbringen, gerade dann, wenn der Pflegehund sehr ängstlich und verstört oder dominant bzw. noch nicht stubenrein ist. 
  • Eine Pflegestelle sollte ein großes Herz haben und einen Pflegehund so annehmen können, wie er ist. Sie sollte sich nicht an dem Äußeren eines Pflegehundes stören, sondern in der Lage sein, die Seele des Hundes zu erkennen. 

Was Sie als Pflegestelle wissen sollten

  • Jede Pflegestelle wird von uns vorher besucht und während ihrer aktiven Pflegezeit betreut.
  • Der Pflegehund bleibt mit Pflegevertrag so lange in der Pflegefamilie, bis der Hund ein neues Zuhause gefunden hat. Es sei denn, es treten schwerwiegende Probleme auf. 
  • Möchte die Pflegefamilie den Hund selbst behalten, wird nach Zahlung der vereinbarten Schutzgebühr ein Tierschutzvertrag abgeschlossen. 
  • Der Pflegehund ist über den Verein haftpflichtversichert. 
  • Anfallende Tierarztkosten übernimmt nach Absprache mit dem Team von Retriever in Not e.V. und Liberty for Dogs der Verein. Wird keine Absprache getroffen, werden die Kosten nicht getragen. 
  • Der Pflegehund bleibt bis zur entgültigen Vermittlung Eigentum des Vereins “Retriever in Not e.V.” 

Bitte überlegen Sie sich Ihren Wunsch sehr genau! Denn es sind meist nicht die schönen Hunde, die eine Pflegestelle benötigen. Meistens sind es gerade die geschundenen Tiere, die eine längere Zeit in einer Pflegestelle bleiben müssen. Es ist sehr mühsam, wenn wir eine Pflegestelle eingeplant haben und diese es sich nach einigen Tagen doch anders überlegt. Für uns bedeutet es viel Aufwand, eine neue Pflegestelle zu finden. Für das Tier, das sich gerade eingewöhnt hat oder zur Ruhe gekommen ist, bedeutet jeder Wechsel eine erneute Verunsicherung und Verstörung, die seine positive Entwicklung massiv beeinträchtigen kann. Jede Pflegestelle sollte sich in unserem Forum anmelden und das Pflegetagebuch seines Schützlings ehrlich und gewissenhaft führen.

Was erwartet Sie als Pflegestelle, welche Erfahrungen werden Sie machen? 

  • Sie werden neue Aufgaben kennen lernen und durch diese auf viele Dinge einen neuen Blick bekommen. 
  • Sie werden tolle und außergewöhnliche Hundepersönlichkeiten kennen lernen. 
  • Sie werden erfahren, was aktiver und gelebter Tierschutz bedeutet. 
  • Gerade mit Zuchthündinnen werden Sie erleben, wie einzigartig und erfüllend die Erfahrung ist, mit einem dieser geschundenen und in ihrer Seele tief verletzten Hündinnen die ersten Schritte in ein neues Leben zu gehen und an ihrer Entwicklung teilzuhaben. 
  • Sie werden sich darüber freuen, wenn Ihr Pflegehund eine eigene Familie gefunden hat und Sie werden – wie alle unsere Pflegestellen – gleichzeitig traurig darüber sein, dass dieser Hund Sie wieder verlässt. Aber Sie können zurecht stolz darauf sein, dass Sie ihn ein Stück seines Weges begleiten konnten. 
  • In unserem Forums werden Sie Teil einer großen Gemeinschaft von Gleichgesinnten, mit denen Sie sich austauschen können. 
  • Sie werden nette Tierfreunde kennen lernen und wenn Sie wollen, an regionalen Treffen mit Ihren Hunden und Pflegehunden teilnehmen können! 

Wenn Sie sich entschieden haben, füllen Sie das Bewerbungsformular bitte wahrheitsgemäß aus.

Zum Formular 

nach oben