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Tierschutzbeitrag - was ist das eigentlich?

Unsere Notfallhunde werden nur mit einem Tierschutzvertrag und gegen Zahlung eines Tierschutzbeitrages abgegeben. Ausführliche Gespräche und der Besuch eines RiN Mitglieds bei den Bewerbern, die so genannte Vorkontrolle, gehören zu der Prozedur, die einer erfolgreichen Vermittlung eines RiN oder Liberty Hundes vorausgehen. Mit diesen Maßnahmen wollen wir unsere Notfallhunde schützen, vor allem davor, dass sie vom Regen in die Traufe kommen und erneut zum Notfall werden. Aber auch wir können den Menschen nur vor den Kopf gucken.

Warum einen Tierschutzhund?

Grundsätzlich sollte sich jeder Mensch vor dem Kauf eines Tieres gut überlegen, ob er der damit verbundenen Verantwortung gerecht werden kann oder nicht. Eine Geiz-ist-Geil Mentalität ist gerade bei der Übernahme eines Tierschutzhundes völlig fehl am Platz. Auch ein Tierschutzhund kostet im Unterhalt ca. 1.000 Euro im Jahr, darin sind eventuelle Tierarztkosten noch nicht enthalten. Tierschutzhunde sind keine 2.Wahl-Hunde. Sie sind Hunde mit einer Vergangenheit, die oft, aber nicht immer, mit einer schlechten Haltung oder schwer zu verkraftenden Erlebnissen verbunden war. Deswegen sind sie nicht besser oder schlechter als ein junger Hund, dessen Lebensbuch noch ungeschrieben ist. Tierschutzhunde haben es genau wie jeder andere Hund verdient, in der Zukunft ein Leben ohne Angst, Entbehrung oder gar Schrecken zu leben. Sie brauchen wie alle Hunde eine liebevolle Umgebung, Sicherheit und Schutz und danken es ihren Menschen mit Hingabe und Zuneigung. 

Menschen, die sich für einen Tierschutzhund entscheiden, müssen sich klar machen, dass kein Tierschutzverein der Welt ihnen eine Gesundheitsgarantie geben kann. Viel zu wenig ist über die Vergangenheit der Tiere bekannt. Einige unserer Schützlinge wurden wegen Krankheit abgegeben, weil ihre Menschen die Kosten für die medizinische Versorgung nicht mehr aufbringen konnten. Das wollen wir unseren Hunden in Zukunft ersparen. Manche Hunde haben Verhaltensauffälligkeiten, deswegen suchen wir für sie kundige Menschen mit Hundeverstand, die sich ihrer annehmen und mit ihnen arbeiten. Wieder andere sind Hundesenioren, die für ihren Lebensabend ein ruhiges Plätzchen suchen. Für diese ganz besonderen Hunde finden sich im Tierschutz regelrechte Omi- und Opa-Liebhaber, die die Lebenserfahrung und Gelassenheit der betagten Vierbeiner zu schätzen wissen. Die meisten Hunde haben einfach nur eine Geschichte. Glücklicherweise gibt es immer wieder Menschen, die sie gerade deshalb besonders lieben. Für diese Menschen ist IHR Tierschutzhund die 1. Wahl. Solche Menschen suchen wir.

In einer Zeit, in der die Tierheime und unzählige Tierschutzorganisationen überquellen mit Tieren, die als Gesellschaftsmüll entsorgt, von ihren Familien abgegeben oder einfach vor die Tür gestellt wurden, gibt es natürlich auch viele gute Gründe, sich aus politischen Motiven für einen Tierschutzhund zu entscheiden. Es gibt viel zu viele Hunde, die für die angebliche Tierliebe der Menschen leiden mussten. Vermehrerzuchthunde sind ein gutes Beispiel dafür. Wir möchten gemeinsam mit ihren neuen Familien all diesen Hunden ein Stück vom Leben zurückgeben, dass ihnen bisher verwehrt geblieben ist.

Wen oder was schützt der Tierschutzbeitrag?

Der Tierschutzbeitrag soll das Tier zunächst davor schützen, dass es weiterveräußert wird an Versuchslabore oder dubiose Tierhändler. Die Höhe des Tierschutzbeitrages sollte immer so bemessen sein, dass sich solch ein Weiterverkauf nicht lohnt. Auch ein Weiterverkauf an Privatpersonen soll damit vermieden werden, denn in diesem Fall wäre für uns nicht mehr kontrollierbar, ob der Hund auch in gute Hände kommt. Wir verbringen viel Zeit damit, für jeden Hund die optimale Familie zu suchen. Mit dem Tierschutzbeitrag versuchen wir zu vermeiden, dass sich Bewerber mit unredlichen Absichten für unsere Tiere interessieren. 

Mit dem Tierschutzbeitrag sollen besonders Spontankäufe ausgeschlossen werden, denn ein, „Ach, ist der niedlich!“ reicht meist nicht für ein ganzes Hundeleben. Leider gilt für uns Menschen oft genug der Satz, dass nichts wert ist, was nichts kostet. Mit dem Tierschutzbeitrag wollen wir unsere Notfallhunde vor unüberlegten Kurzzeitadoptionen schützen. Jeder Bewerber sollte sich die Adoption eines unserer Schützlinge mehr als einmal überlegen, auch unter dem finanziellen Aspekt, denn für gesunde Hunde können wir im Tierschutz nicht garantieren. 

Nicht zuletzt ist der Tierschutzbeitrag auch dazu da, die Kosten decken zu helfen, die bei der Aufnahme und Versorgung unserer Notfallhunde entstehen. Da Retriever in Not e.V. und das Projekt Liberty for Dogs besonders viele kranke und alte Hunde aufnehmen, sind die anfallenden Tierarztkosten immer sehr hoch. Den Tierschutzbeitrag sehen wir deshalb auch als einen finanziellen Beitrag der Adoptivfamilien für unsere Tierschutzarbeit. Obwohl der Einsatz unserer Teammitglieder ehrenamtlich ist, ist der Kostenaufwand bei Retriever in Not e.V. immens. Unsere Arbeit finanziert sich ausschließlich durch Spenden und private Zuwendungen, aus diesem Grund sind die Tierschutzbeiträge für die Finanzierung unserer Arbeit außerordentlich wichtig.

Unser Solidarprinzip

Wir haben es uns bei Retriever in Not e.V. zur Regel gemacht, dass die gesunden und jungen Hunde helfen, die kranken und alten zu finanzieren. Deshalb sind unsere Tierschutzbeiträge gestaffelt: Junge Hunde „kosten“ mehr als alte, augenscheinlich gesunde mehr als solche, bei denen dauernde ärztliche Versorgung notwendig ist. Mit diesem ausgleichenden System haben wir bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Es ermöglicht uns sogar in besonderen Fällen, nämlich bei sehr alten und sehr kranken Hunden, eine für Adoptivfamilien und den Verein tragbare Lösung zu finden, damit auch diese besonderen Notfälle eine Chance auf ein gutes Zuhause bekommen. Denn wenn der Tierschutzbeitrag in jedem Fall auf die für das jeweilige Tier tatsächlich angefallenen Kosten in unseren Pflegestellen berechnet würde, hätten gerade unsere kranken Notfallhunde so gut wie keine Vermittlungschancen mehr. 

Jeden Monat werden viele Hunde von Retriever in Not e.V. aufgenommen. Sie werden gechipt und geimpft, entwurmt und grundversorgt. In den Pflegestellen werden die Tiere dann weiter tierärztlich betreut, wenn sich das als notwendig erweist. Da unsere Tiere fast ausschließlich aus schlechter Haltung kommen, explodieren die anfallenden Kosten leicht. Die Kosten für Medikamente, für Ohrenbehandungen, Dauermedikation bei chronisch kranken Hunden, Röntgenaufnahmen und Notoperationen bringen im Einzelfall unser Budget schnell an die Belastbarkeitsgrenze.

Hierzu eine kleine Preisliste über Behandlungen oder Medikamente bei deutschen Tierärzten (nach der alten Gebührenordnung für Tierärzte, ab Sommer 2008 wurden die Tierarztgebühren um 12% angehoben):

  • Impfen zwischen € 45,- und € 55,-
  • Chipen Zwischen € 35,- und € 45,-
  • Entwurmen je nach Gewicht des Hundes ca. € 5,- bis € 15,-
  • Allgemeine Kontrolluntersuchungen ca. € 15,-
  • Bluttest ca. € 60,-Antibiotika z.B. 10 Tabletten ca. € 35,- 
  • Kastration von Hündinnen zwischen € 250-, und € 350,-
  • Kastration von Rüden zwischen €150,- und 200,-

Unsere Hunde werden in der Regel vor der Vermittlung kastriert. Zu diesem Thema lesen Sie bitte Reizthema Kastration.

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Tierschutzbeitrag - kein Kaufpreis!

Vor allem aber ist der Tierschutzbeitrag kein Kaufpreis und sollte schon gar nicht mit dem Preis von Hunden auf dem Markt verglichen werden! Er hat nichts mit dem Wert der „Ware“ Hund zu tun, ist unabhängig von Rassestandards oder Reinrassigkeit. Auch für Mischlinge gilt bei Retriever in Not und Liberty for Dogs: Junge und Gesunde für Alte und Kranke. Dass Tiere für den Menschen überhaupt zur Ware geworden sind, ist die Grundlage für das Hundeelend in den Vermehrerbetrieben. Retriever in Not e.V. kauft keine Hunde und wir verkaufen auch keine. Eine Gesundheitsgarantie für unsere Notfallhunde können wir nicht geben. Im Fall einer von uns nicht erkannten oder späteren Erkrankung eines Hundes ist eine rückwirkende Minderung des Tierschutzbeitrages nicht möglich. 

Wir verstehen den Tierschutzbeitrag als eine finanzielle Unterstützung unserer Vereinsarbeit, als einen Obulus, zu dem sich die Adoptivfamilie bei der Übergabe des Hundes verpflichtet. Zusammen mit Patenschafts- und Spendengeldern und einem großen Einsatz an ehrenamtlicher Arbeit ist es uns mit dieser gesunden Mischung von verschieden hohen Tierschutzbeiträgen möglich, all den Hunden zu helfen, die zu Retriever in Not kommen und unsere Hilfe benötigen. Aus diesem Grund erstatten wir, wie die meisten Tierschutzvereine, den Tierschutzbeitrag auch nicht zurück, wenn eine Bewerberfamilie sich, aus welchem Grund auch immer, zur Rückgabe des Hundes an den Verein entschließt.

Viele Tierschutzvereine arbeiten mit niedrigeren Tierschutzbeiträgen. Dazu muss man bedenken, dass vor allem städtische Tierheime zumindest teilweise von den Kommunen mitfinanziert werden. Einige Tierheime locken Bewerber mit besonders niedrigen Vermittlungsgebühren, um die Umschlagszahl der Tierheimplätze zu erhöhen. Manchmal versteckt sich dahinter eine öffentliche Förderung nach den tatsächlichen Belegungszahlen, das heißt, je mehr Tiere aufgenommen werden, umso mehr Förderung kann das Tierheim erwarten. Häufig muss man jedoch lesen, dass Tierschutzvereine wegen der niedrigen Tierschutzbeiträge nicht in der Lage sind, die tatsächlichen Kosten aus eigener Kraft zu decken.

Wir haben in Jahren unserer Vereinsarbeit sehr gute Erfahrungen mit unserem gesunden Finanzierungsmix aus Tierschutzbeiträgen, Spendengeldern und Patenschaften gemacht. Nur in seltenen Fällen waren wir bisher gezwungen, für besonders kostenintensive OP’s Spendenaufrufe zu starten. Auf diese Weise konnten wir bisher allen unseren Schützlingen helfen und unsere Notfallhunde von Retriever in Not und Liberty for Dogs in die für sie bestmöglichsten Familien vermitteln.

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